Harald Notini (1879–1959)
Harald Notini, Sohn des Bildhauers Axel Notini, hatte an der Högre konstindustriella skolan (der heutigen Konstfack) eine Ausbildung zum Bildhauer und Innenarchitekten absolviert. Von 1916 bis zu seinem Tod 1959 war er künstlerischer Leiter bei Böhlmarks und Pukebergs Glasbruk und prägte über vier Jahrzehnte das Erscheinungsbild der Marke – von der Swedish-Grace-Periode der 1920er-Jahre über den Funktionalismus der 1930er-Jahre bis zum Swedish Modern der Nachkriegszeit.
Gunnar Asplund (1885–1940)
Der Architekt Gunnar Asplund, einer der bedeutendsten Vertreter der schwedischen Moderne und Mitgestalter der Stockholmer Ausstellung von 1930, entwarf in den 1920er-Jahren für Böhlmarks unter anderem die streng reduzierte Deckenleuchte Modell „6022“, die auch nach der Übernahme durch Ateljé Lyktan bis in die 1950er-Jahre hinein produziert wurde.
Uno Westerberg (1914–1985)
Uno Westerberg,
ausgebildet in Innenarchitektur an der Konstfack in Stockholm, kam 1935 als Gestalter von Beleuchtungsglas zu Böhlmarks. Ab den 1960er-Jahren entwarf er zunehmend Decken-, Wand- und Tischleuchten für den Wohnbereich. Als Böhlmarks Mitte der 1970er-Jahre die Produktion von Beleuchtungsglas einstellte, wurde Westerberg künstlerischer Leiter von Pukebergs Glasbruk, wo er mit den Serien „Stratos“, „Ulla“ und „Korall“ weiterhin erfolgreich war.
Alf Wallander (1862–1914)
Der Stockholmer Maler und Kunsthandwerker Alf Wallander war ab 1895 mit der Porzellanmanufaktur Rörstrand verbunden, wo er ab 1896 mit Jugendstil-Keramik bekannt wurde und 1900 künstlerischer Leiter wurde; gemeinsam mit Gunnar G:son Wennerberg gilt er als einer der Pioniere des Jugendstils im schwedischen Kunsthandwerk. Schwedische Quellen (u. a. mandaric.se) führen ihn auch als einen der Gestalter auf, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für Böhlmarks tätig waren; welche konkreten Leuchtenmodelle auf ihn zurückgehen, ist in den ausgewerteten Quellen nicht näher dokumentiert.
Jerk Werkmäster (1896–1978)
Jerk Werkmäster aus Rättvik in Dalarna studierte an der Högre konstindustriella skolan in Stockholm (1916–1919) und an der Kungliga Akademien för de fria konsterna (1919–1922). Bekannt wurde er vor allem als künstlerischer Leiter der Keramikfabrik Nittsjö (1933–1967); daneben wird er in schwedischen Quellen auch als Designer für Arvid Böhlmarks lampfabrik genannt. Auch hier liegen zu den konkreten Böhlmarks-Entwürfen keine näheren Detailangaben vor.
Knut Hallgren
Knut Hallgren wird in mehreren schwedischen Quellen als einer der Designer geführt, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Leuchten und Wohnaccessoires für Böhlmarks entwarfen. Biografische Details oder konkrete Modellzuordnungen ließen sich dazu in den ausgewerteten Quellen nicht ermitteln.
Ikonische Produkte und Meilensteine:
1872: Gründung der Aktiebolaget Arvid Böhlmarks lampfabrik in Stockholm. 1886: Erwerb der Immobilie Högbergsgatan 21 in Stockholm und Aufbau einer eigenen Fabrik. 1897: Tod des Firmengründers Arvid Böhlmark; Weiterführung durch seine Witwe Lina Böhlmark und anschließend durch einen Großhändler. 1901: Beginn der Produktion elektrischer Hausleuchten. 1903–1916: Zusammenarbeit mit der Bildhauerin Alice Nordin, die rund ein Dutzend Jugendstil-Leuchten für Böhlmarks entwirft. 1916: Harald Notini wird künstlerischer Leiter der Stockholmer Fabrik und der Glasproduktion in Pukeberg. Ca. 1920–1950: Böhlmarks ist Schwedens größter Hersteller elektrischer Hausleuchten. 1930: Notinis funktionalistische Leuchten werden auf der Stockholmer Ausstellung präsentiert. 1935: Uno Westerberg kommt als Glasdesigner zu Böhlmarks. 1947: 75-jähriges Firmenjubiläum mit rund 250 Beschäftigten in Stockholm und Nybro. 1958: Harald Notini beendet im Alter von 79 Jahren seine aktive Tätigkeit; er stirbt 1959. 1964: Schließung der Stockholmer Fabrik, Verlagerung der Produktion nach Pukebergs Glasbruk in Nybro. 1965: Übernahme durch Ateljé Lyktan. 1978: formales Ende der Böhlmarks als eigenständige Aktiengesellschaft.
Produktphilosophie und heutiges Profil:
Böhlmarks stand für die Verbindung industrieller Fertigung mit gestalterischem Anspruch: Vom Jugendstil über Swedish Grace und Funktionalismus bis zum Swedish Modern spiegeln die Leuchten des Unternehmens die zentralen Stilphasen des schwedischen Designs des 20. Jahrhunderts wider. Charakteristisch sind hochwertige Materialkombinationen aus Messing, Glas, Holz und Leder sowie die enge Zusammenarbeit mit namhaften Bildhauern, Innenarchitekten und Architekten. Historische Böhlmarks-Leuchten, insbesondere Entwürfe von Harald Notini, Alice Nordin und Gunnar Asplund, sind heute international gefragte Sammlerstücke und erzielen auf Auktionen – etwa bei Bukowskis in Stockholm – regelmäßig hohe Zuschlagspreise; einzelne Modellpaare von Notini wurden dort für mehrere Hunderttausend Kronen versteigert. Über die 1965 erfolgte Übernahme durch Ateljé Lyktan leben Teile des gestalterischen Erbes von Böhlmarks bis heute fort.
Quellen und Referenzen:
Schwedischsprachige Quellen
• Nationalencyklopedin (NE.se) – „Böhlmarks lampfabrik“
• Wikipedia (schwedisch) – „Arvid Böhlmark“ und „Arvid Böhlmarks lampfabrik“
• mnytt.se – „Arvid Böhlmarks lampfabrik“
• Svenskt kvinnobiografiskt lexikon (skbl.se) – „Alice Maria Nordin“
• Bukowskis – Bukipedia: „Harald Notini“, „Alf Wallander“
• Bukowskis – Auktionsergebnisse Arvid Böhlmarks Lampfabrik
• Kalmar konstmuseum – Designarkivet: „Uno Westerberg“
• mandaric.se – Designerprofil „Arvid Böhlmarks Lampfabrik“
Englischsprachige Quellen
• Bloomberry – „Böhlmarks (1872–1944)“, Designerprofil
• Bukowskis – Bukipedia (englische Fassung): „Harald Notini (1879–1959)“
• 1stDibs – Arvid Böhlmarks Lampfabrik, Objektbeschreibungen
• Pamono – Böhlmarks, Herstellerseite
Stand 10.07.2026: Quellen in Schwedisch und Englisch ausgewertet