Hans Kögl ist ein deutscher Designer und Leuchtenhersteller, der ursprünglich aus dem Sauerland stammt und aus der Möbelindustrie kommt. Aus dem Wunsch, „etwas völlig anderes" zu machen, entwickelte er ab den späten 1970er Jahren eine eigenständige, skulpturale Formensprache im Bereich der Leuchtengestaltung. Sein bevorzugtes Formenrepertoire orientiert sich konsequent an der Natur: Weizengarben (Sheaf of Wheat), Palmen, florentinische Blüten, Kalla-Lilien, Magnolien, Lotus und Glyzinien (italienisch „Pioggia d'Oro" – „Goldener Regen") bilden das gestalterische Grundvokabular seines Œuvres.
Von der internationalen Sammler- und Handelsszene wird Kögl mit dem Hollywood-Regency-Stil und dem sogenannten „Florentiner Stil" (Florentine Regency) in Verbindung gebracht. Seine Arbeiten werden regelmäßig neben Entwürfen von Maison Jansen, Tommaso Barbi, Willy Daro, Maison Charles, Massive Lighting und Hans-Agne Jakobsson gehandelt. Mehrere Händlerbeschreibungen und Objektbeschreibungen belegen zudem eine Tätigkeit Kögls als Designer für das französische Einrichtungshaus Maison Jansen in dessen späteren Jahren; Maison Jansen wurde 1880 in Paris von dem Niederländer Jean-Henri Jansen gegründet und gilt als eine der ersten internationalen Einrichtungsfirmen der Welt.
Die Firma Kögl Leuchten wurde 1979 in Amerang im oberbayerischen Chiemgau gegründet. Firmensitz ist Schloßplatz 3, 83123 Amerang. Das Unternehmen firmiert unter „KÖGL Leuchten – Hans Kögl e.Kfm." und tritt am Markt unter den Marken „Kögl Leuchten" und „Kögl Wohnlicht" auf. Zum Unternehmen gehört ein eigener Lagerverkauf, der als „Leuchten am Schloss Amerang" geführt wird und auf die unmittelbare Nachbarschaft zum Schloss Amerang Bezug nimmt.
Seit 1979 werden die Leuchten der Marke in Amerang entworfen und teilweise vor Ort gebaut. Ein Teil der Metallarbeiten wird traditionell in kleinen Werkstätten in Italien ausgeführt, was den charakteristischen italienisch-bayerischen „Doppelklang" der Kollektionen prägt und den in den 1960er und 1970er Jahren entstandenen Produktionsverbund zwischen deutschen Entwürfen und norditalienischer Metallhandwerkskunst fortführt.
Seit 2008 wird das Unternehmen von Thomas Stratmann geführt, dem langjährigen Betriebsleiter, der die Firma nach Angaben mehrerer Fachverzeichnisse „im Geiste des Gründers" fortführt. Als eingetragener Kaufmann firmiert Hans Kögl e.Kfm. weiter unter dem Namen des Gründers.
Die Arbeiten Hans Kögls sind konsequent handwerklich gefertigt und bestehen zumeist aus geschmiedetem, gebogenem oder gepresstem Metall – häufig Messing, Eisen oder Blech – das anschließend vergoldet, versilbert, patiniert oder lackiert wird. Charakteristisch sind Blattwerk, Blüten und Ähren aus vergoldetem oder kupferfarbenem Metall, oft in Kombination mit weißem, rosafarbenem oder pastellfarbenem Emaille-Dekor. Neben Vergoldung mit Blattgold („gold leaf") und klassischer Bole-Vergoldung wird auch die Kombination aus Silber- und Goldblatt verwendet.
Kögl versteht seine Leuchten explizit als dreidimensionale Skulpturen des Lichts: Ranken, Zweige und Blüten werden nicht rein dekorativ eingesetzt, sondern tragen die Fassungen unmittelbar in den Blütenkelchen. Die Fassungen sind überwiegend E14- oder E27-Edison-Schraubfassungen für den europäischen und internationalen Markt (110 / 230 Volt). Die Baugrößen reichen von kleinen Wandappliken über Kronleuchter bis hin zu monumentalen Stehleuchten in Form von Palmen, die mehr als 180 cm hoch werden können.
Zu den bekanntesten Formfamilien der Marke zählen die Weizengarben-Kronleuchter und -Wandleuchten („Sheaf of Wheat" bzw. „Wheat Sheaf"), die Kögl in zahlreichen Varianten – als drei-, fünf-, acht- und zwölfarmige Kronleuchter, als Tisch- und Wandleuchten – realisierte. Ein ikonisches Objekt ist der zugehörige Beistelltisch „Coco Chanel" aus weiß lackiertem oder vergoldetem Metall mit Glasplatte: Der größere Modelltyp dieses Tisches soll sich, nach übereinstimmender Beschreibung mehrerer internationaler Händler, in Coco Chanels privater Suite im Pariser Ritz befunden haben.
Eine zweite prägende Werkgruppe ist die Serie „Pioggia d'Oro" (deutsch „Goldener Regen", englisch „Golden Rain") – Wand-, Decken- und Kronleuchten in Form von Glyzinien-Ranken, deren goldene Blattzweige silberne oder weiße Blütentrauben hängen lassen. Ergänzend gehören dazu Modelle wie „Wisteria" (Glyzinien-Wandleuchten), „Calla Lily" (Calla-Lilien-Kronleuchter), Lotus-Deckenleuchten, Magnolienstehleuchten sowie florentinische Blüten- und Tulpen-Wandleuchten.
Die dritte große Werkgruppe sind die Palmenleuchten: Steh-, Tisch- und Wandleuchten in Form ganzer Palmen oder einzelner Palmwedel, teils als Einzelpalme, teils als Doppelpalme („Double Palm Tree Floor Lamp"). Diese Modelle werden auf dem Sammlermarkt regelmäßig dem Umfeld von Maison Jansen zugeordnet und zählen zu den prägenden Motiven des Hollywood-Regency-Revivals der 1970er Jahre. Ergänzt wird das Programm durch Beistell- und Couchtische mit Palm- oder Blattdekor sowie Wandappliken mit Fruchtsträngen und Blumenbouquets.
Im aktuellen Programm der Marke Kögl Wohnlicht führt der Hersteller u.a. die Produktserien „Amabile" und „Campana" mit Glasleuchten, dazu florentinische Kronleuchter, Landhausleuchten, Kristallleuchten, Fackelleuchten, Organzaschirmleuchten sowie die Reihe „Golden Dream". Die Farbwelt reicht von Weiß, Silber, Nickel, Gold und Goldantik über Rostantik bis zu Schwarz.
Auch wenn die Firma Kögl Leuchten offiziell 1979 gegründet wurde, sind einzelne Objekte, die dem Designer Hans Kögl zugeschrieben werden, bereits auf die 1950er Jahre datiert – darunter lackierte Metall-Stehleuchten mit weiß-goldenen Magnolien (1950er), Wisteria-Wandleuchten in Weiß-Gold (1950er) und ein Kronleuchter in Weizengarbenform aus den 1940er Jahren, den ein amerikanischer GI nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland in die USA mitbrachte.
Der Schwerpunkt der bekannten Arbeiten liegt jedoch in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren. Als Produktionsstandorte werden in Händlerangaben konsequent Deutschland (Bayern, Nordrhein-Westfalen) und Italien genannt, seltener auch Objekte, die als „made in Italy" für den deutschen Markt gefertigt wurden. In Verkaufsdatenbanken wie 1stDibs sind Objekte aus insgesamt fünf Herkunftsländern gelistet (Deutschland, Italien, Österreich, Frankreich, USA), wobei rund 80 % der Objekte aus Deutschland stammen.
Kögl Leuchten aus Amerang beschreibt sich selbst als Spezialist für klassische Leuchten, moderne Leuchten, Landhausleuchten, Florentinerleuchten, Designerleuchten und Lichtobjekte in gehobener Qualität. Neben Wohnraumbeleuchtung liegt ein Programmschwerpunkt auf Hotel- und Objektbeleuchtung, Gastronomie- und Schlossleuchten sowie Sonderleuchten für individuelle Auftragsarbeiten.
Über den Fachhandel wird die Marke u.a. beim Leuchtenhaus Skapetze und beim Suntinger Shop geführt; der Direktvertrieb aus Amerang erfolgt über die Firmenwebsite koegl-leuchten.de und den Lagerverkauf „Leuchten am Schloss Amerang". Auf dem internationalen Vintage- und Sammlermarkt werden Kögl-Objekte prominent bei Pamono, 1stDibs, Whoppah und Incollect gehandelt; das Marktsegment reicht von Wandappliken ab knapp 400 € bis zu monumentalen Doppelpalmen-Stehleuchten und großen Pioggia-d'Oro-Wandleuchten im vierstelligen Preisbereich.
Hans Kögl gehört zu den wenigen Leuchtengestaltern, die den Hollywood-Regency- und Florentiner-Stil in Deutschland kontinuierlich von den späten 1950er Jahren bis in die Gegenwart weitergeführt haben. Seine handwerklich vergoldeten Metallarbeiten mit Motiven aus der Pflanzenwelt gelten als Referenzobjekte einer dekorativen, italienisch-inspirierten Moderne und werden international sowohl als Gebrauchsleuchten als auch als Sammlerobjekte gehandelt. Die Kombination aus einer über 45 Jahre lang bestehenden Manufaktur in Amerang, einer eigenen Formensprache und einer bis heute weitergeführten italienischen Fertigungspartnerschaft macht die Marke zu einem eigenständigen Kapitel der deutschen Nachkriegs-Leuchtengeschichte.
Quellen
Dekorative Leuchten von Hans Kögl mit dem typischen vergoldeten Blattwerk — Wandleuchten, Deckenleuchten und Tischleuchten — sind regelmäßig im Sortiment von Max's Vintage Art verfügbar. Alle Stücke sind geprüfte Originale.