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Brand  van Egmond

Brand van Egmond – Niederländische Lichtskulpturen zwischen Kunst und Architektur (seit 1989)

Details:

Brand van Egmond ist ein niederländisches Unternehmen für handgefertigte, skulpturale Leuchten mit Sitz in der historischen Kleinstadt Naarden (Provinz Nordholland), rund 25 Kilometer östlich von Amsterdam. Atelier, Werkstatt und Showroom befinden sich unter einer gemeinsamen Adresse, Nikkelstraat 41. Das Unternehmen wurde 1989 gegründet.
Wer die Gründung im engeren Sinne trägt, wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt: Auf der aktuellen Unternehmenswebsite (Stand 2026) firmiert ausschließlich der Architekt und Bildhauer William Brand (geboren 1963) als Gründer. Zahlreiche unabhängige Presseberichte aus den 2010er-Jahren sowie die eigene, online veröffentlichte Biografie der Bildhauerin Annet van Egmond (geboren 1964) beschreiben das Unternehmen dagegen übereinstimmend als gemeinsame Gründung bzw. Lebens- und Arbeitspartnerschaft von William Brand und Annet van Egmond. Beide hatten sich an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht (HKU) kennengelernt, er im Studiengang Architektur, sie im Bereich Bildhauerei. Mehrsprachige Handelsquellen (u. a. französisch, spanisch) bezeichnen die beiden zudem als Ehepaar; van Egmonds eigene Biografie spricht lediglich von ihrem „ehemaligen Partner“, ohne die Art der Beziehung näher zu benennen; belegt ist, dass aus der Verbindung ein gemeinsamer Sohn, Vincent, hervorging.

Von der elterlichen Garage zum internationalen Unternehmen (1989–2002)

Nach Annet van Egmonds eigener Darstellung begannen beide 1989 in der Garage ihrer Eltern, Eisenskulpturen zu fertigen, die zunächst an Privatkunden und Museen verkauft wurden, unter anderem an das Kunstmuseum Den Haag und das Nederlands Architectuurinstituut in Rotterdam. Aus den zunächst am Boden gefertigten Eisenskulpturen entstanden durch das Anbringen von Lichtquellen an der Decke die ersten Lichtskulpturen; der erste, in der Garage geschweißte Kronleuchter fand rasch einen Käufer in Amsterdam.
1993 entschieden sich Brand und van Egmond nach eigener Aussage, ein gemeinsames Unternehmen unter dem Namen Brand van Egmond zu führen und sich fortan auf die Beleuchtung zu konzentrieren; zuvor hatten beide vorrangig Skulpturen gefertigt, die auch an Museen und Institutionen verkauft wurden. 1996, nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Vincent in Amsterdam, erwarben und renovierten sie eine ehemalige Musikschule in Bussum, die zugleich als Wohnhaus, Design-Studio und Werkstatt diente. Bis 2002 wurde dort produziert, bevor ein größeres Firmengebäude in der Nähe von Bussum bezogen wurde, um die Fertigungskapazität zu erweitern. Ab 2001 präsentierte sich Brand van Egmond mit einem eigenen Messestand unter anderem auf der Möbelmesse in Köln und der Euroluce in Mailand.

Internationale Projekte und namhafte Auftraggeber

Von Beginn an richtete sich Brand van Egmond an ein internationales, gehobenes Publikum – nach eigener wie fremder Beschreibung reicht die Kundschaft „von Königshäusern bis zu Rapstars“. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern aktiv (in einzelnen Quellen ist von 45 Ländern die Rede); zu den jährlich beschickten Fachmessen zählen unter anderem der Salone del Mobile in Mailand, die Möbelmesse Köln, Interieur in Kortrijk (Belgien) sowie Messen in Frankfurt, Tokio und Amsterdam.
Zu den bekanntesten Projekten zählen individuell gefertigte Leuchten für Boutiquen von Louis Vuitton (unter anderem im Caesars Palace Las Vegas und bei Macy’s in New York) und von Chopard, darunter ein vor einer 13 Meter hohen Decke montiertes Lichtobjekt in einer Chopard-Boutique in Kuwait, gefertigt mit diamantförmig geschliffenen Swarovski-Kristallen. Weitere Auftraggeber beziehungsweise Projekte waren unter anderem das W Hotel, das Four Seasons, das Gansevoort Hotel in New York, das Hilton Paris, die Schokoladenmarke Neuhaus, Saks Fifth Avenue, das Gleneagles Hotel in Schottland, eine Kirche in Delft sowie ein Theater in Berlin. Für das Fünf-Sterne-Hotel The Fontenay in Hamburg fertigte das Unternehmen ein rund sieben Meter hohes Lichtobjekt.
Im Zusammenhang mit der 76. Verleihung der Academy Awards (Oscars) im Jahr 2004 wurde William Brand eingeladen, den VIP-„Green Room“ in Los Angeles zu beleuchten; aus diesem Auftrag ging die bis heute fortgeführte Kollektion „Hollywood“ hervor. Als Inspiration für die schlanken, baumartigen Formen der Serie nennt William Brand eine Reise durch die Wüste Namibias, bei der ihn die Schlankheit und reine Schönheit der dort verstreuten Bäume beeindruckt habe. Das Unternehmen war zudem an Gestaltungsaufgaben rund um die Weltausstellung Expo 2008 in Saragossa (Spanien) beteiligt.

Trennung der Gründer und heutige Unternehmensstruktur

Nach eigener Aussage Annet van Egmonds trennten sich sie und ihr „ehemaliger Partner“ William Brand im Jahr 2015 nach 26 Jahren gemeinsamer Tätigkeit für Brand van Egmond. Van Egmond gründete daraufhin ein eigenes Design- und Ausstellungsstudio im niederländischen Bussum, war als Art Director unter anderem für den Tapetenhersteller BN International tätig (Kollektionen „Shadows on the Wall“, „The Garden of Amsterdam“, „Diamonds are Forever“), gestaltete Schmuckkollektionen für Gassan Diamonds und entwickelte mit „Miss Nightingale“ eine solarbetriebene, tragbare Leuchte für die Marke Miss Solar Light, die 2018 anlässlich der Earth Hour gemeinsam mit dem WWF und dem niederländischen Astronauten André Kuipers vorgestellt wurde.
William Brand führt das Unternehmen Brand van Egmond seither laut eigener Website als alleiniger Gründer und kreativer Leiter mit einem Team von Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern am Standort Naarden weiter. Die 2010 anlässlich eines 20-jährigen Bestehens erschienene, im Verlag Terra veröffentlichte und unter anderem im MoMA in New York gezeigte Monografie „Lighting Sculptures“ fällt zeitlich in die frühere, gemeinsame Phase der Firmengeschichte.

 

Designer:


William Brand (geb. 1963)
William Brand studierte Architektur an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht. 1988 gründete er zunächst das Unternehmen „Brand Meubelen“ für Möbelentwürfe, bevor aus seiner Arbeit mit Leuchten Brand van Egmond hervorging. Bis heute entwirft er als „creator and sculptor“ sämtliche Kollektionen des Unternehmens von Hand: vom ersten Entwurf auf Papier über den Zuschnitt der Metalle bis zum Gipsprototyp. Seine Arbeiten sind nach eigener Aussage inspiriert von Natur, archetypischen Formen, Musik, Film sowie universellen menschlichen Emotionen. Bevorzugt verarbeitet er Messing mit einem selbst entwickelten, unternehmenseigenen Patina-Verfahren sowie Glas, Edelstahl und Kristall, unter anderem von Swarovski. Neben den Leuchtenkollektionen ist Brand auch architektonisch und im Interior Design tätig.
Annet van Egmond (geb. 1964)

Die Bildhauerin Annet van Egmond schloss ihre Ausbildung 1989 an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht ab. Von 1989 bis 2015 war sie Mitgründerin beziehungsweise Mitinhaberin von Brand van Egmond und in dieser Zeit maßgeblich an Entwurf und Ausbau der Marke beteiligt, unter anderem bei Projekten für Chopard und die LVMH-Gruppe (Louis Vuitton). Ihre Formensprache greift auf organische, mit Tusche gezeichnete Linien aus ihrer Studienzeit zurück. Nach der Trennung von William Brand im Jahr 2015 gründete sie ein eigenes Studio, war Art Director für den Tapetenhersteller BN International, entwarf Schmuckkollektionen für Gassan Diamonds und entwickelte die solarbetriebene Leuchte „Miss Nightingale“ für die Marke Miss Solar Light.

Ikonische Kollektionen und Meilensteine:


Brand van Egmond bringt seit den 1990er-Jahren jährlich neue, meist nach evokativen Eigennamen benannte Kollektionen heraus, die überwiegend aus patiniertem Messing, Edelstahl, Glas und Kristall gefertigt werden. Zu den unter der Bezeichnung „The Legends“ geführten, langjährigen Klassikern zählen unter anderem Delphinium, Hollywood, Hollywood Glass, Crystal Waters, Bubbles, Bella, Victoria, Ersa, Kelp, Sultans of Swing, Blossom und Salsa. Die Kollektion Hollywood geht, wie beschrieben, auf den Auftrag für den Oscars-„Green Room“ zurück; die Serie Sultans of Swing wurde nach Angaben von Annet van Egmond durch die Fransen eines alten Vorhangs inspiriert; die Leuchte Ersa ist nach der griechischen Göttin des Taus benannt. Neuere beziehungsweise aktuell im Katalog geführte Kollektionen (Stand Katalog Ausgabe 32, 2025) umfassen unter anderem Orpheus, Linea, Bubbles Flow, Bubbles Twilight, Bubbles Swirl, Takara Candles, Louise, Soirée, Arthur, Galaxy, Desert Wind, Shiro, Primavera, Primavera Icicles, Solis, Flower Power, La Vie en Rose, Love You Love You Not und Ballet.

1989:

Beginn der Arbeit in der elterlichen Garage, erste Eisenskulpturen und erster Kronleuchter, verkauft in Amsterdam. 1993: nach eigener Darstellung formale Gründung des gemeinsamen Unternehmens Brand van Egmond, Fokussierung auf Beleuchtung. 1996: Erwerb und Umbau einer ehemaligen Musikschule in Bussum zu Wohnhaus, Studio und Werkstatt. 2001: erster eigener Messestand auf der Möbelmesse Köln und der Euroluce Mailand. 2002: Bezug eines größeren Firmengebäudes bei Bussum. 2004: Beleuchtung des Oscars-„Green Room“ anlässlich der 76. Academy Awards, Ursprung der Kollektion Hollywood. 2008: Mitwirkung an Gestaltungsaufgaben der Weltausstellung Expo Zaragoza. 2010: 20-jähriges Bestehen, Monografie „Lighting Sculptures“ (Verlag Terra), gezeigt im MoMA New York. 2012: Ausbau des Standorts Naarden um Design-Studio und Showroom; Beginn umfangreicher Projekte für Louis-Vuitton-Boutiquen. 2015: Trennung von William Brand und Annet van Egmond; van Egmond gründet ein eigenes Studio. Heute: Fortführung des Ateliers in Naarden unter alleiniger kreativer Leitung von William Brand, jährlich neue Kollektionen, Präsenz in mehr als 60 Ländern.

Produktphilosophie und heutiges Profil:

Brand van Egmond versteht seine Leuchten nicht als reine Gebrauchsgegenstände, sondern als „Lichtskulpturen“ an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Design. Charakteristisch ist die vollständig handwerkliche Fertigung im eigenen Atelier in Naarden, vom ersten Entwurf bis zum fertigen Objekt, unter Verwendung hochwertiger Materialien wie patiniertem Messing, Glas, Edelstahl und Kristall. Die Objekte sind nach Unternehmensangaben in nahezu allen Einrichtungsstilen einsetzbar, vom klassischen Schloss- bis zum minimalistischen Interieur, und werden regelmäßig als individuelle Sonderanfertigungen für Privatresidenzen, Hotels, Botschaften, Restaurants und Luxus-Boutiquen adaptiert. Die enge Bindung an die Person des Gründers – zunächst im Duo mit Annet van Egmond, seit 2015 unter alleiniger kreativer Leitung von William Brand – bleibt bis heute prägend für das Markenprofil.

Quellen und Referenzen:

Niederländischsprachige Quellen
●      Annet van Egmond, offizielle Website – „Biography“ (annetvanegmond.com)
●      Residence.nl – Interview mit William Brand, „Onze lichtsculpturen passen in een klassiek én in een heel modern interieur“ (22. Januar 2022)
●      HOOG.design – Unternehmensprofil „William Brand – Brand van Egmond“
●      Diverse niederländische Fachhandelsseiten (u. a. Ottevangers Lichtdesign, DERK, Lightboxx, Smellink Wonen + Design, DDID, Meijs Wonen)
Englischsprachige Quellen
●      Brand van Egmond, offizielle Website – „Our Story“, „About William“, „Our Atelier“, „Collections Overview“ (brandvanegmond.com)
●      Indesign Live (Singapur) – „The Story of Brand van Egmond“, Janice Seow, 18. Dezember 2013
●      COOL HUNTING – „Brand Van Egmond Anniversary Collection“, Paolo Ferrarini, 29. Juli 2010
●      Lightology – Herstellerprofil „Brand van Egmond“ sowie Designerprofile Annet van Egmond / William Brand
●      Architonic – Projektreferenz „Louis Vuitton by Brand van Egmond“
●      Design Milk – Herstellerprofil „Brand van Egmond“
Französischsprachige Quellen
●      Spot Lumière LED – Markenprofil „Brand Van Egmond – Sculptures lumineuses haut de gamme“
●      Lumières d’Alsace, Voltex, Asteri – Händlerprofile mit Marken- und Firmenbeschreibung
Italienischsprachige Quellen
●      Il Piccolo Design – „Brand van Egmond: i maestri dell’illuminazione di design“
●      Mohd Magazine – „Brand Van Egmond: l’azienda olandese che ha trasformato la luce in opera d’arte“
Spanischsprachige Quellen

 

Stand 14.07.2026: Quellen in Niederländisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch ausgewertet;

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